BSR 3: JFK condensed

Es gibt kaum etwas, was zur Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy noch nicht gesagt oder geschrieben wurde. Und es gibt kaum jemanden, der seinen Senf nicht schon dazu gegeben hat. Ich bin zwar in der Regel gerne die Ausnahme, in diesem Falle aber nicht. Denn ich weiß nicht, was die ganze Aufregung soll. Die entscheidende Sache ist klar … bis zu einem bestimmten Punkt, wo die Spekulation beginnt.

Das Ergebnis der offiziellen Untersuchung wurde im sog. Warren Commission Report veröffentlicht. Danach ist Lee Harvey Oswald der alleinige Täter. Wer sich durch die 920 Seiten durchkämpfen möchte, sei herzlich eingeladen.

Das Inhaltverzeichnis des Warren Commission Reports gibt’s hier:

https://www.archives.gov/research/jfk/warren-commission-report

Der gesamte Report steht zum Download als pdf bereit unter:

https://www.govinfo.gov/features/warren-commission-report-and-hearings

Viel ist spekuliert worden über die sog. Magic Bullet, die JFK und den Gouverneur, der vor ihm saß, getroffen hat, und dazu angeblich zickzack hätte fliegen müssen. Hierzu gibt es zwei interessante Videos. Das eine erklärt plausibel die Flugrichtung der Kugel, das andere die Möglichkeit, zwei Körper zu durchdringen.

Fazit: An der Kugel ist nichts Magisches!

Bei mir regt sich der gesunde Menschenverstand an einer anderen Stelle, und zwar wenn ich mir den sog. Zapruder-Film anschaue, benannt nach dem Hobby-Filmer Abraham Zapruder, der das Kennedy-Attentat komplett filmte.

In Frame 313 wird Kennedy’s Kopf von einer Kugel getroffen, die ihm den halben Schädel wegbläst. Die Bewegungsrichtung seines Kopfes ist von Frame 313-322 zu sehen. Diese geht von vorne rechts nach hinten links .

 

Mit ein wenig gesundem Menschenverstand und einigen Grundkenntnissen in Physik ausgestattet stelle ich mir nun die Frage, wie ein Schuss, der von hinten oben kommt, eine Bewegung des Kopfes in Richtung des Abschussortes der Kugel hervorrufen kann? Die Antwort ist naheliegend: Das ist physikalisch ausgeschlossen. Punkt.

Damit steht zweifelsfrei fest: Es gab mehr als einen Schützen!

Per Definition spricht man von einer Verschwörung, sobald mehr als eine Person an einem Vorgehen beteiligt ist. Von Verschwörungstheorie kann im Falle Kennedy folglich keine Rede sein.

Damit drängt sich natürlich sofort die Frage nach den Hintermännern auf. Wer war der Initiator/Auftraggeber? Wer war das Mastermind und hat das Attentat geplant? Wer sorgte für das Cover-up? Wer waren die Schützen? War Lee Harvey Oswald einer von ihnen oder ist er nur reingelegt worden?

Da mein Motto „strictly rational“ heißt, werde ich mich nicht an den Spekulationen beteiligen. Es gibt beinahe unendlich viele zugängliche Informationen, auch zu den Nachuntersuchungen, die der geneigte Leser gerne selbst durchkämmen kann, die aber nichts an obiger Schlussfolgerung und der folgenden Erkenntnis ändern:

Es gibt eine offizielle Version von Seiten der Regierung der Vereinigten Staaten, erarbeitet von der Warren Commission, die im Widerspruch zur filmisch dokumentierten und für jedermann nachvollziehbaren Realität steht!

Logische Schlussfolgerung: mindestens ein Mitglied der Warren Commission ist Teil der Verschwörung. Dieses Mitglied konnte das Untersuchungsergebnis der Commission entscheidend in Richtung Einzeltätertheorie beeinflussen.

Wenn der dann amtierende Präsident Lyndon B. Johnson das Ergebnis der Warren Commission akzeptierte und als offizielle Version festschrieb und er darüber hinaus die Warren Commission einberufen und deren Mitglieder ausgewählt hat, bedarf das keiner weiteren Erklärung.

Ganz wenige ausgewählte Fakten für eine weitere Recherche seien an dieser Stelle genannt:

Die CIA war nachweislich an zahlreichen illegalen Geschäften beteiligt. Die „Geschäftstätigkeiten“ reichten von Geldwäsche über den Drogen- bis zum Waffenhandel. Der Wikipedia-Artikel bildet einen brauchbaren Einstieg mit zahlreichen Quellenhinweisen.

Allen Dulles war von 1953-61 CIA-Direktor. Er war Mitglied der Warren Commission. Er und seine engsten Mitarbeiter wurden von Kennedy 1961 zum Rücktritt gezwungen.

John Foster Dulles, Allen Dulles‘ Bruder, war US-Außenminister von 1953-59 unter Präsident Eisenhower.

Eine passende Literaturempfehlung zum Abschluss:

David Talbot – The Devil’s Chessboard (2015) bzw. Das Schachbrett des Teufels.