BSR 91: Einsamkeit – vom Gefühl zum Einfallstor

Es beginnt fast immer leise.

Nicht mit einem Zusammenbruch. Nicht mit einem dramatischen Moment. Nicht mit einer dieser Filmszenen, in denen jemand allein im Regen steht und plötzlich begreift, dass etwas nicht stimmt.

Nein.

Es beginnt mit einer Nachricht, die nicht beantwortet wird. Mit einem Blick, der sich kälter anfühlt, als er vielleicht gemeint war. Mit einem Abend, an dem niemand fragt, ob du noch wach bist. Mit diesem kleinen Stich, wenn du merkst:

Wenn ich heute verschwinden würde — wer würde es bemerken?

Und genau an dieser Stelle geschieht etwas, das kaum jemand ernst genug nimmt. Denn Einsamkeit ist nicht nur ein Gefühl. Sie ist kein trauriger Hintergrundton. Keine Schwäche. Keine Phase, die man mit ein bisschen Ablenkung übersteht.

Einsamkeit verändert, wie du die Welt siehst.

Und vielleicht noch gefährlicher: Sie verändert, wem du glaubst.

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BSR 89: Delphi – Das unsichtbare Betriebssystem politischer Entscheidungen

Wenn Konsens nicht zufällig entsteht

Was wäre, wenn die wichtigsten politischen Entscheidungen nicht erst dann entstehen, wenn wir wählen – sondern Jahre vorher?

Wir leben in einer Welt, in der Begriffe wie „Experten sind sich einig“, „überparteilicher Konsens“ oder „wissenschaftliche Studien zeigen“ als objektive Wahrheit gelten. Sie geben Orientierung, erzeugen Vertrauen und suggerieren Rationalität.

Doch genau hier lohnt sich ein zweiter Blick. Denn Konsens – gerade in komplexen politischen und wirtschaftlichen Fragen – fällt selten vom Himmel. Er wird erzeugt.

Ein Schlüssel zum Verständnis dieser Dynamik liegt in einer Methode, die auf den ersten Blick neutral wirkt, aber enorme Gestaltungskraft besitzt: die Delphi-Methode.

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BSR 87: Wenn Wissenschaft zur Moral wird, gerät die Demokratie ins Wanken

Eine Klimastudie wird veröffentlicht – und sofort medial gefeiert. Politiker zitieren sie. Dann: Rückzug. Was bleibt? Ein Narrativ, das bereits Politik und Öffentlichkeit geprägt hat. Nicht Betrug – sondern ein Systemfehler.

Unsicherheit? Unerwünscht. Fragen? Verboten. Wer zweifelt, gilt als verantwortungslos. Die Logik: „Jetzt ist nicht die Zeit für Zweifel.“

Echokammern sind kein Zufall. Dringlichkeit und moralische Aufladung schließen den Diskurs. Ergebnis: Fanatiker. Sie entstehen nicht trotz, sondern wegen fehlender Debattenräume.

Systemkorrektur braucht Mut – und Regeln. Helden retten nichts. Nur Transparenz, institutionelle Prüfungen und klare Mechanismen wirken.

Volksvetos als Notbremse? Direkte Bürgerbeteiligung könnte Entscheidungen korrigieren – wenn sie sorgfältig umgesetzt wird. Andernfalls droht Populismus, Kurzschlussreaktionen, Überlastung. Die zentrale Frage: Wollen wir offene Debatten oder absolute Gewissheit? Denn absolute Gewissheit ist die bequemere Illusion – und gefährlich für Wissenschaft, Politik und Demokratie.

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BSR 85: NEUsprech – und noch ein Ouroboro

Kennen Sie den Bericht „Manufacturing Misinformation: The EU-funded propaganda war against free speech“ von Dr. Norman Lewis, veröffentlicht vom Think Tank MCC Brussels?[1]

Können Sie sich noch an einen meiner ersten Blog-Beiträge mit dem Titel „Social Engineering“ erinnern?[2] Es war mein sechster – vom März 2018. Seitdem war das Thema „Meinungsbildung“ – oder nennen wir es zutreffender Propaganda – immer wieder Thema.

Ein ebenfalls immer wiederkehrendes Thema war und ist die Meinungsfreiheit, weil sie die Grundlage bildet für die zivilisatorische Weiterentwicklung einer Gesellschaft.[3]

Der oben genannte Bericht legt dar, dass die EU-Kommission seit etwa 2016 einen groß angelegten, indirekten Meinungssteuerungsapparat aufgebaut hat. Unter dem Vorwand, „Hate Speech“ und „Desinformation“ zu bekämpfen, wurden zwischen 2016 und 2025 insgesamt 349 Projekte mit rund EUR 650 Millionen Fördergeldern unterstützt.[4]

Unter dem Deckmantel von „Fakten“, „digitaler Sicherheit“ und „Hassprävention“ wird versucht, alternative Narrative systematisch zu delegitimieren und so die öffentliche Meinungsbildung zu lenken. Die Projekte werden bewusst mit scheinbar demokratischen Begriffen wie deliberative democracy, capacity building, co-creation, awareness raising, fact checker in the loop in „NEUsprech“ (=Neue EU-Sprache) getarnt, um Kritik abzulenken und Zensur und ihre autoritären Inhalte zu tarnen. Diese sprachliche Verschleierungssystematik macht Kritik schwer und täuscht den Eindruck eines neutralen Forschungsfeldes vor.

Auf diese Weise ist im Laufe der Jahre eine informelle Netzwerkstruktur aus nicht rechenschaftspflichtigen NGOs, Universitäten und Medien entstanden, gesteuert durch EU-Gelder, häufig im Rahmen von Horizon-Forschungsprogrammen finanziert, die den Anschein einer demokratiestärkenden Zivilgesellschaft erwecken sollen.

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BSR 83: Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte

Die Vorgeschichte des Ukraine-Krieges erzählt Prof. Jeffrey Sachs im folgenden 50-minütigen Video (engl.). Sie begann 1993. Interessant ist, dass er als Zeitzeuge über seine persönlichen Erlebnisse vor der Europäischen Union berichten durfte.

Auf diese Vorgeschichte referenziert mein folgendes Anti-Kriegsvideo, um deutlich zu machen, dass gerade die Vorgeschichte für den nächsten großen Krieg stattfindet, in der wir eine Hauptrolle spielen … wir alle. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, den Kriegstreibern, Menschenhassern, Grundgesetzleugnern und Wohlstandsvernichtern KEINE Chance zu geben.

BSR 82: Im Gespräch mit ChatGPT über Gott und die Welt

Markus Langemann vom Club der klaren Worte[1] fragte jüngst ChatGPT nach dem Teufel und veröffentlichte die Antwort, die er bekam, auf YouTube.

„Wenn Sie der Teufel wären, wie würden Sie den Verstand der nächsten Generation zerstören?“

Eine Woche später fragte er ChatGPT nach Gott. Auch diese Antwort veröffentlichte er auf YouTube.

„Wenn Sie Gott wären, wie würden Sie den Verstand der nächsten Generation vor der Zerstörung des Teufels retten?“

Beide Antworten haben mich beeindruckt. Deswegen sind beide Videos am Ende dieses Beitrags verlinkt.

Ich wollte es genauer wissen. Deshalb habe ich die gleiche Frage wie er an ChatGPT gestellt. Na ja, fast die gleiche. Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass ich ChatGPT duze, während Herr Langemann als Vollblut-Journalist die höflichere Form des „Sie“ vorzog.

Die Antwort, die ich von ChatGPT bekommen habe[2], unterscheidet sich in der Struktur stark von der Antwort, die Markus Langemann bekam. In ihrer zentralen Aussage gibt es allerdings große Übereinstimmung.

Ob der Unterschied auf meine mangelnde Höflichkeit mit meinem plumpen „Du“ zurückzuführen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich den Dialog als unregistrierter Gast gestartet habe, ich also nur „zweite Wahl“ war. Oder ich bin nicht der Einzige, der die Probe aufs Exempel gemacht hat und ChatGPT hat inzwischen gelernt.

Wie dem auch sei – es entspann sich ein in meinen Augen lesenswerter Dialog, den ich im Folgenden unredigiert wiedergebe. Ich hätte ihn gerne weitergeführt, aber die Anzahl der Fragen als nicht registrierter Gast ist begrenzt – zweite Wahl eben. Insbesondere die Antwort auf meine letzte Frage hätte mich interessiert.

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BSR 81: Kognitive Dissonanz condensed

Wir sehen uns selbst gerne als konsistente Wesen. Die kognitive Dissonanz ist das Werkzeug dafür, wenn das Bedürfnis, konsistent zu sein, gestört wird.

Wie wirkt sich das z.B. bei politischen Überzeugungen aus?

Wenn Menschen sich weit links oder weit rechts im politischen Spektrum positionieren, stoßen sie früher oder später auf Fakten. Sie ignorieren diese Fakten aber gerne. Sie verwerfen neue Informationen, die nicht mit ihrem Weltbild übereinstimmen.

In diesen Echokammern finden sie allen Trost der Welt.

Und sogar noch mehr. Sie werden womöglich zu Missionaren. Sie verbreiten ihre Überzeugungen noch engagierter und versuchen, andere und insgeheim sich selbst davon zu überzeugen, dass sie Recht haben. Je eifriger sie missionieren, desto mehr überzeugen sie sich aufgrund ihres Eifers selbst davon, dass ihre Überzeugungen richtig sein müssen.

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BSR 80: Psychologische Kriegsführung – Erkennungsmerkmale von Psyops condensed

Prolog

In der Überzeugungs- und Manipulationsarbeit gibt es genau drei Ebenen, auf denen das Verhalten anderer Menschen oder das eigene beeinflusst werden kann: die elektrische Ebene, die chemische Ebene und die genetische Ebene.

Auf der elektrischen Ebene wird der Denkprozess einer Person in eine andere Richtung gelenkt.

Auf der chemischen Ebene werden in einer Person bestimmte emotionale Zustände erzeugt, die einer Sache dienlich sind.

Auf der genetischen Ebene werden diejenigen Auslöser getriggert, die eine Person gefügiger, gehorsamer, beeinflussbarer etc. machen. Diese Auslöser sind genetisch programmiert, wurden in den vergangenen 100 Jahren bestens erforscht und können gezielt aktiviert werden. Die Auslöser auf der genetischen Ebene sind die mächtigsten. „Gute Überzeugungsarbeit funktioniert, weil unsere Vorfahren überlebt haben.“

Sie werden vor allem von denjenigen aktiviert, die kaum unser Bestes im Sinn haben. In der Produktwerbung sind wir uns dessen zwar bewusst, werden aber trotzdem beeinflusst, wenn wir sie schauen. Hinsichtlich der Nachrichtensendungen sind sich die meisten Menschen der Beeinflussung nicht bewusst. Wer sich der Werbung oder den Nachrichten medial aussetzt hat praktisch keine Möglichkeit, sich der Beeinflussung zu entziehen. Noch einmal: Wer sich dem medial aussetzt hat praktisch keine Möglichkeit, sich der Beeinflussung zu entziehen. Verstehen Sie? Wenn Sie Nachrichtensendungen schauen, werden sie manipuliert – ob Sie wollen oder nicht! Die folgenden Merkmale psychologischer Kriegsführung (Psyop) beziehen sich vor allem auf die genetische Ebene.

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BSR 75: Kakistokratie – was issn das?

Aus gegebenem Anlass halte ich es für wichtig, einen Begriff zu kennen, der in der aktuellen Medienlandschaft meines Erachtens viel zu wenig Anwendung findet.

Der Begriff „Kakistokratie“ bezeichnet in der Politikwissenschaft eine Herrschaft der Schlechtesten. Er leitet sich aus dem Altgriechischen ab, wobei „kakistos“ (κάκιστος) „am schlechtesten“ bedeutet und „kratos“ (κράτος) „Macht“ oder „Stärke“ bedeutet. Eine Kakistokratie ist somit ein politisches System, in dem die Macht in den Händen der am wenigsten qualifizierten, unfähigsten oder moralisch verwerflichsten Personen liegt [1, 2, 3].

In Deutschland wird der Begriff Kakistokratie mitunter verwendet, um die aktuelle politische Landschaft zu kritisieren. Es wird argumentiert, dass die politische Klasse zunehmend aus Personen besteht, die sich nicht rechtfertigen müssen, und dass die Presse ihre Rolle als Kontrollinstanz nicht mehr ausreichend wahrnimmt [4].

Die zunehmende Vetternwirtschaft, Korruption und mangelnde Qualifikation von politischen Führern wird als Zeichen einer Kakistokratie gesehen. Dies führt oft zu sozialen Unruhen und einem Vertrauensverlust in die öffentlichen Institutionen [2].

Der Begriff Kakistokratie wird in verschiedenen politischen Kontexten verwendet, um Missstände und die Herrschaft von unfähigen oder moralisch fragwürdigen Personen zu beschreiben.

Ähnlichkeiten mit real existierenden Politdarstellern sind natürlich rein zufällig.

BSR 73: Die bessere Geschichte – ein Einwurf

Es sind die Geschichten, die unsere Identität formen. Und es ist unsere Identität, die unser Handeln prägt. Die Herausforderung, mit der wir heute konfrontiert sind, besteht darin, dass die Geschichten, die wir uns selbst erzählen oder von den Medien erzählt bekommen, von Untergang und Auflösung, von Dauerkrisen und Mehrfachkrisen geprägt sind. Es sind Geschichten von Opferrollen und Unterdrückung. Es sind diese Geschichten, die unsere Schulen füllen und die sich nun auf den Verstand unserer Kinder auswirken. Es sind genau diese Geschichten, die unsere Kultur prägen, die unsere Zeitungen füllen und die Entscheidungsfindung unserer Politiker beeinflussen.

So sollte es nie sein. Die menschliche Geschichte sollte eine außergewöhnliche Geschichte sein. Unsere Geschichte soll eine Geschichte sein, die inspiriert, erbaut und ermutigt. Sie soll eine Geschichte des Abenteuers sein, eine Geschichte, die von heldenhaften Reise erzählt. Reise, die uns aufrichten und in die Höhe tragen. Ja, mit Herausforderungen, aber auch mit der Überwindung dieser Herausforderungen, mit dem Aufbau von Dingen, mit der Schaffung von Dingen, mit der Erneuerung von Dingen. Es sollte die menschliche Geschichte sein, die das Unternehmertum kultiviert, die den einzigartigen und außergewöhnlichen Wert eines jeden Menschen feiert, der im Bild Gottes geschaffen wurde, der fähig ist zu lieben, der fähig ist zu bauen, der fähig ist, das Gute, das Wahre und das Schöne zu verfolgen. Diese Geschichte ist die bessere Geschichte. Es ist Zeit für den großen Umschwung.