Im Jahr 2012 führte Facebook ein Experiment an 689.000 Menschen durch.
Das Ungewöhnliche daran war nicht die Zahl.
Es war auch nicht das Ergebnis.
Das Ungewöhnliche war, dass die Versuchspersonen nichts davon wussten. Und dass die Verantwortlichen die Ergebnisse später in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlichten. Nicht als Skandal. Nicht als Enthüllung. Sondern als Forschung. [1]
Wer an diesem Morgen Facebook öffnete, sah etwas anderes als sein Nachbar.
Ein paar Beiträge weniger.
Ein paar Beiträge mehr.
Etwas weniger Positives.
Etwas weniger Negatives.
Kaum genug, um aufzufallen.
Aber ausreichend, um die Stimmung messbar zu verändern. Die Forscher nannten das „emotionale Ansteckung“ – emotional contagion. Sie zeigten, dass Menschen ihre eigene emotionale Ausdrucksweise veränderten, abhängig davon, welche Emotionen ihnen im Newsfeed präsentiert wurden. [1]
Man könnte sagen, das war die eigentliche Entdeckung.
Nicht, dass Menschen sich beeinflussen lassen. Das wussten wir bereits.
Die Entdeckung war etwas anderes: Wie wenig dafür nötig ist.
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