BSR 90: MK Ultra – Die Akte, die nicht vernichtet werden sollte

Es gibt Geschichten, die sich nicht wie Geschichte anfühlen. Nicht wie etwas Abgeschlossenes, das man im Rückspiegel betrachtet, sortiert und archiviert. Sondern eher wie ein Riss im Papier der Zeit – ein Ort, an dem etwas sichtbar wird, das nie vollständig sichtbar sein sollte.

MK Ultra ist eine solche Geschichte.

Im Jahr 1977 tritt ein Mann vor den US-Senat. Sydney Gottlieb, Chemiker, 22 Jahre im Dienst der CIA. Er spricht über ein Programm, das offiziell längst kein Gesicht mehr hat – weil man es ihm genommen hat. Oder genauer: weil die meisten Spuren vorher systematisch entfernt wurden.

Er erklärt, dass er 1973 die Vernichtung aller Unterlagen angeordnet habe. Zwei Jahre vor jeder offiziellen Untersuchung. Die Akten wurden geschreddert. Ordnungsgemäß, wie es hieß. Routine.

Doch Routine ist manchmal nur ein anderes Wort für etwas, das nicht mehr hinterfragt wird.

Trotz dieser Vernichtung findet der Senat Reste. Nicht in den verbrannten Archiven, sondern in einem unscheinbaren Überbleibsel: Finanzdokumente in einem CIA-Anbau in Maryland. Sieben Kisten. 20.000 Seiten. Genug, um ein Gerüst sichtbar zu machen – aber nicht genug, um das ganze Gebäude zu verstehen.

Und dieses Gerüst trägt einen Namen: MK Ultra.

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BSR 89: Delphi – Das unsichtbare Betriebssystem politischer Entscheidungen

Wenn Konsens nicht zufällig entsteht

Was wäre, wenn die wichtigsten politischen Entscheidungen nicht erst dann entstehen, wenn wir wählen – sondern Jahre vorher?

Wir leben in einer Welt, in der Begriffe wie „Experten sind sich einig“, „überparteilicher Konsens“ oder „wissenschaftliche Studien zeigen“ als objektive Wahrheit gelten. Sie geben Orientierung, erzeugen Vertrauen und suggerieren Rationalität.

Doch genau hier lohnt sich ein zweiter Blick. Denn Konsens – gerade in komplexen politischen und wirtschaftlichen Fragen – fällt selten vom Himmel. Er wird erzeugt.

Ein Schlüssel zum Verständnis dieser Dynamik liegt in einer Methode, die auf den ersten Blick neutral wirkt, aber enorme Gestaltungskraft besitzt: die Delphi-Methode.

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BSR 88: Die Pincer-Strategie – Klassisches Kriegsmanöver trifft moderne Welt

Die Pincer-Strategie (auch Doppelumfassung oder Flankenbewegung) ist ein altbekanntes militärisches Manöver: Zwei Kräfte greifen gleichzeitig von beiden Flanken an, um den Gegner zu umschließen, zu isolieren und ihm den Ausweg zu versperren. Historisch gilt sie als eine der wirkungsvollsten Taktiken der Kriegskunst.

Doch dieses strategische Grundprinzip hat längst seine Grenzen des Schlachtfelds verlassen und findet Übertragungen in Marketing, Wirtschaft und gesellschaftspolitischen Konflikten.

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BSR 87: Wenn Wissenschaft zur Moral wird, gerät die Demokratie ins Wanken

Eine Klimastudie wird veröffentlicht – und sofort medial gefeiert. Politiker zitieren sie. Dann: Rückzug. Was bleibt? Ein Narrativ, das bereits Politik und Öffentlichkeit geprägt hat. Nicht Betrug – sondern ein Systemfehler.

Unsicherheit? Unerwünscht. Fragen? Verboten. Wer zweifelt, gilt als verantwortungslos. Die Logik: „Jetzt ist nicht die Zeit für Zweifel.“

Echokammern sind kein Zufall. Dringlichkeit und moralische Aufladung schließen den Diskurs. Ergebnis: Fanatiker. Sie entstehen nicht trotz, sondern wegen fehlender Debattenräume.

Systemkorrektur braucht Mut – und Regeln. Helden retten nichts. Nur Transparenz, institutionelle Prüfungen und klare Mechanismen wirken.

Volksvetos als Notbremse? Direkte Bürgerbeteiligung könnte Entscheidungen korrigieren – wenn sie sorgfältig umgesetzt wird. Andernfalls droht Populismus, Kurzschlussreaktionen, Überlastung. Die zentrale Frage: Wollen wir offene Debatten oder absolute Gewissheit? Denn absolute Gewissheit ist die bequemere Illusion – und gefährlich für Wissenschaft, Politik und Demokratie.

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BSR 86: Die Simulation der Realität – Baudrillards Theorie der Simulacra und ihre Bedeutung in der modernen Gesellschaft

Jean Baudrillards Werk „Das Andere selbst“ von 1972 sowie seine späteren Ausführungen in „Simulacres and Simulation“ von 1981 bieten eine scharfsinnige Kritik an der Art und Weise, wie Zeichen, Bilder und Modelle unsere Wahrnehmung der Welt formen. In einer Zeit, in der das digitale Zeitalter und die Medien allgegenwärtig sind, erscheinen seine Theorien heute aktueller denn je. Baudrillard beschreibt einen tiefgreifenden Wandel, bei dem Zeichen nicht mehr die Realität widerspiegeln, sondern eine eigene, autonome Existenz entwickeln – eine Hyperrealität, in der das „Reale“ zunehmend irrelevant wird.

Baudrillard beginnt seine Auseinandersetzung mit dem Konzept des „symbolischen Tauschs“ mit einer Kritik an den Zeichen und ihren Bedeutungen. In der traditionellen Welt war das Zeichen ein Spiegel der Realität, doch zunehmend entzieht sich dieses Zeichen seinem ursprünglichen Bezug. Baudrillard beschreibt drei Phasen des Zeichens, die jeweils eine neue Entwicklung in unserer Wahrnehmung der Welt markieren:

  • Imitation: Zeichen sind Abbilder realer Gegenstände. Sie spiegeln ihre „wahre“ Bedeutung wider.
  • Produktion: Mit der Industrialisierung und der Massenproduktion von Waren verlieren diese Zeichen zunehmend ihre Authentizität.
  • Simulation: Zeichen sind völlig losgelöst von der realen Welt, sie existieren in einem autonomen System sozialer und symbolischer Macht.

Mit der Entwicklung von Zeichen von der Imitation zur Simulation wird Realität zunehmend durch Zeichen ersetzt, die sich ihrer ursprünglichen Bedeutung entziehen.

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BSR 85: NEUsprech – und noch ein Ouroboro

Kennen Sie den Bericht „Manufacturing Misinformation: The EU-funded propaganda war against free speech“ von Dr. Norman Lewis, veröffentlicht vom Think Tank MCC Brussels?[1]

Können Sie sich noch an einen meiner ersten Blog-Beiträge mit dem Titel „Social Engineering“ erinnern?[2] Es war mein sechster – vom März 2018. Seitdem war das Thema „Meinungsbildung“ – oder nennen wir es zutreffender Propaganda – immer wieder Thema.

Ein ebenfalls immer wiederkehrendes Thema war und ist die Meinungsfreiheit, weil sie die Grundlage bildet für die zivilisatorische Weiterentwicklung einer Gesellschaft.[3]

Der oben genannte Bericht legt dar, dass die EU-Kommission seit etwa 2016 einen groß angelegten, indirekten Meinungssteuerungsapparat aufgebaut hat. Unter dem Vorwand, „Hate Speech“ und „Desinformation“ zu bekämpfen, wurden zwischen 2016 und 2025 insgesamt 349 Projekte mit rund EUR 650 Millionen Fördergeldern unterstützt.[4]

Unter dem Deckmantel von „Fakten“, „digitaler Sicherheit“ und „Hassprävention“ wird versucht, alternative Narrative systematisch zu delegitimieren und so die öffentliche Meinungsbildung zu lenken. Die Projekte werden bewusst mit scheinbar demokratischen Begriffen wie deliberative democracy, capacity building, co-creation, awareness raising, fact checker in the loop in „NEUsprech“ (=Neue EU-Sprache) getarnt, um Kritik abzulenken und Zensur und ihre autoritären Inhalte zu tarnen. Diese sprachliche Verschleierungssystematik macht Kritik schwer und täuscht den Eindruck eines neutralen Forschungsfeldes vor.

Auf diese Weise ist im Laufe der Jahre eine informelle Netzwerkstruktur aus nicht rechenschaftspflichtigen NGOs, Universitäten und Medien entstanden, gesteuert durch EU-Gelder, häufig im Rahmen von Horizon-Forschungsprogrammen finanziert, die den Anschein einer demokratiestärkenden Zivilgesellschaft erwecken sollen.

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BSR 84: Glaskugel lesen II

Am 4. Juni 2025 wurde eine sehenswerte Dokumentation veröffentlicht, die ich an dieser Stelle ohne viele Worte einbinde. Sie zeichnet ein größeres Bild dessen, was auf die Menschheit zukommt auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen und regt sehr zum Nachdenken an.

Die Dokumentation kann auf dieser Website heruntergeladen und weiterverbreitet werden. Das Motto der Produzenten bei Oracle Films lautet: Share. Download. Reupload.

BSR 83: Jeder Krieg hat eine Vorgeschichte

Die Vorgeschichte des Ukraine-Krieges erzählt Prof. Jeffrey Sachs im folgenden 50-minütigen Video (engl.). Sie begann 1993. Interessant ist, dass er als Zeitzeuge über seine persönlichen Erlebnisse vor der Europäischen Union berichten durfte.

Auf diese Vorgeschichte referenziert mein folgendes Anti-Kriegsvideo, um deutlich zu machen, dass gerade die Vorgeschichte für den nächsten großen Krieg stattfindet, in der wir eine Hauptrolle spielen … wir alle. Es liegt an jedem Einzelnen von uns, den Kriegstreibern, Menschenhassern, Grundgesetzleugnern und Wohlstandsvernichtern KEINE Chance zu geben.

BSR 82: Im Gespräch mit ChatGPT über Gott und die Welt

Markus Langemann vom Club der klaren Worte[1] fragte jüngst ChatGPT nach dem Teufel und veröffentlichte die Antwort, die er bekam, auf YouTube.

„Wenn Sie der Teufel wären, wie würden Sie den Verstand der nächsten Generation zerstören?“

Eine Woche später fragte er ChatGPT nach Gott. Auch diese Antwort veröffentlichte er auf YouTube.

„Wenn Sie Gott wären, wie würden Sie den Verstand der nächsten Generation vor der Zerstörung des Teufels retten?“

Beide Antworten haben mich beeindruckt. Deswegen sind beide Videos am Ende dieses Beitrags verlinkt.

Ich wollte es genauer wissen. Deshalb habe ich die gleiche Frage wie er an ChatGPT gestellt. Na ja, fast die gleiche. Der aufmerksame Leser wird feststellen, dass ich ChatGPT duze, während Herr Langemann als Vollblut-Journalist die höflichere Form des „Sie“ vorzog.

Die Antwort, die ich von ChatGPT bekommen habe[2], unterscheidet sich in der Struktur stark von der Antwort, die Markus Langemann bekam. In ihrer zentralen Aussage gibt es allerdings große Übereinstimmung.

Ob der Unterschied auf meine mangelnde Höflichkeit mit meinem plumpen „Du“ zurückzuführen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich den Dialog als unregistrierter Gast gestartet habe, ich also nur „zweite Wahl“ war. Oder ich bin nicht der Einzige, der die Probe aufs Exempel gemacht hat und ChatGPT hat inzwischen gelernt.

Wie dem auch sei – es entspann sich ein in meinen Augen lesenswerter Dialog, den ich im Folgenden unredigiert wiedergebe. Ich hätte ihn gerne weitergeführt, aber die Anzahl der Fragen als nicht registrierter Gast ist begrenzt – zweite Wahl eben. Insbesondere die Antwort auf meine letzte Frage hätte mich interessiert.

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BSR 81: Kognitive Dissonanz condensed

Wir sehen uns selbst gerne als konsistente Wesen. Die kognitive Dissonanz ist das Werkzeug dafür, wenn das Bedürfnis, konsistent zu sein, gestört wird.

Wie wirkt sich das z.B. bei politischen Überzeugungen aus?

Wenn Menschen sich weit links oder weit rechts im politischen Spektrum positionieren, stoßen sie früher oder später auf Fakten. Sie ignorieren diese Fakten aber gerne. Sie verwerfen neue Informationen, die nicht mit ihrem Weltbild übereinstimmen.

In diesen Echokammern finden sie allen Trost der Welt.

Und sogar noch mehr. Sie werden womöglich zu Missionaren. Sie verbreiten ihre Überzeugungen noch engagierter und versuchen, andere und insgeheim sich selbst davon zu überzeugen, dass sie Recht haben. Je eifriger sie missionieren, desto mehr überzeugen sie sich aufgrund ihres Eifers selbst davon, dass ihre Überzeugungen richtig sein müssen.

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