Es gibt Geschichten, die sich nicht wie Geschichte anfühlen. Nicht wie etwas Abgeschlossenes, das man im Rückspiegel betrachtet, sortiert und archiviert. Sondern eher wie ein Riss im Papier der Zeit – ein Ort, an dem etwas sichtbar wird, das nie vollständig sichtbar sein sollte.
MK Ultra ist eine solche Geschichte.
Im Jahr 1977 tritt ein Mann vor den US-Senat. Sydney Gottlieb, Chemiker, 22 Jahre im Dienst der CIA. Er spricht über ein Programm, das offiziell längst kein Gesicht mehr hat – weil man es ihm genommen hat. Oder genauer: weil die meisten Spuren vorher systematisch entfernt wurden.
Er erklärt, dass er 1973 die Vernichtung aller Unterlagen angeordnet habe. Zwei Jahre vor jeder offiziellen Untersuchung. Die Akten wurden geschreddert. Ordnungsgemäß, wie es hieß. Routine.
Doch Routine ist manchmal nur ein anderes Wort für etwas, das nicht mehr hinterfragt wird.
Trotz dieser Vernichtung findet der Senat Reste. Nicht in den verbrannten Archiven, sondern in einem unscheinbaren Überbleibsel: Finanzdokumente in einem CIA-Anbau in Maryland. Sieben Kisten. 20.000 Seiten. Genug, um ein Gerüst sichtbar zu machen – aber nicht genug, um das ganze Gebäude zu verstehen.
Und dieses Gerüst trägt einen Namen: MK Ultra.
„BSR 90: MK Ultra – Die Akte, die nicht vernichtet werden sollte“ weiterlesen